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die Kunst des Denkens

Metaphysik — Kybernetik — Philosophie

Konsum

Die Kommerzialisierung ist neben der Sexualisierung zwar ein weiteres Problem der Gegenwart, jedoch nicht das grundlegende daran. Das grundlegende Problem beim Kommerz ist der Konsum. Konsum ist ein Problem wegen der Produktion und der Logistik der Konsumgüter. Konsum verbraucht Ressourcen. Der Verbrauch der Ressourcen hat Auswirkungen. Auch der Konsum von digitalen Medien ist ein Problem, da auch mit diesem Ressourcen verbraucht werden. Dies sind das Betreiben von Servern und die Produktion von Computern und weiteren Utensilien. Konsum ist neben dem Konsum von Konsumgütern zudem ein Problem wegen der Konsumdenke, bei der alles als Konsum verstanden wird. Auch ein interpersonelles Gespräch ist dabei Konsumprodukt und wird konsumiert. Dieser Text wird konsumiert. Urlaub wird konsumiert. Genuss wird konsumiert. Gefühle werden konsumiert. Alles wird konsumiert und als konsumierbar begriffen. Alles soll konsumierbar sein. Es geht nicht mehr nur um den kommerziellen Konsum, sondern um den Konsum an sich. Auch kostenloser Konsum ist davon betroffen, da auch dieser Konsum ist. Alles soll als Konsumprodukt verstanden und konsumiert werden. Sogar die eigene Person und alle anderen Personen. Geistige Eigenschaften werden zu Geistiges Eigentum objektiviert und objektifiziert (konsumiert). Es soll nur noch Konsumenten und Konsumproduzenten geben. Eine jede Person ist Konsument, Konsumproduzent und Konsumprodukt in einem. Personen konsumieren sich gegenseitig. Selbst Spenden sind in die Konsumdenke integriert. Das Spenden wird als Konsumieren mit Zweck verstanden. Mit Spenden werden anteilig Zwecke konsumiert. Soziale Initiativen produzieren Konsumprodukte, die konsumiert werden sollen und konsumiert werden. Das betrifft nicht nur kostenlose Flyer und Infomaterial, die konsumgerecht produziert werden, sondern es betrifft auch den Zweck von Initiativen. Bei einer Initiative mit dem Zweck "Wir helfen Kindern in Not" wird exakt dieser Zweck mittels Spende konsumiert. Der Konsum von Zwecken sorgt für ein Wohlstandsgefühl. Ist ein Produkt — und sei es eine Person — nicht konsumierbar, so gilt dieses als unbedeutend und wird ignoriert als gäbe es dieses nicht. Interesse gilt nur noch dem was konsumierbar ist — was in die Konsumdenke passt. Sei konsumierbar! Konsum wird als Wohlstandsgarant verstanden. Mit Konsum wird Wohlstand stetig aufrechterhalten und gesteigert. Ist der Konsum aus irgendeinem Grund gefährdet, so wird auch der Wohlstand als in Gefahr verstanden. Konsumieren ist eine Bestätigung für Wohlstand. Die Konsumdenke geht davon aus, dass wenn nicht mehr konsumiert werden kann, der Wohlstand gefährdet ist. Das Wohlstandsgefühl wird dadurch gesichert, indem alles konsumiert wird was konsumierbar gemacht werden kann. Ein Urlaub könnte auch einfach genossen werden, aber dass würde kein Wohlstandsgefühl erzeugen, sondern würde nur für ein temporäres irrationales angenehmes Gefühl sorgen. Der Urlaub soll aber einen Mehrwert haben und muss deswegen rationalisiert werden. Damit der Urlaub rational wird, muss er konsumiert werden. Das Konsumprodukt bekommt eine Bewertung. Das Problem mit dem Konsum kann nicht dadurch gelöst werden, indem der problematische Konsum zu einem unproblematischen Konsum umgewandelt wird. Auch der nichtkommerzielle Konsum ist keine Lösung. Der Konsum muss komplett aufgegeben werden. Dies ist so gut wie unmöglich direkt erreichbar. Dass die eigene Person durch andere Personen konsumiert wird und also konsumierbar ist, sowie eigene Kunstwerke durch andere Personen konsumiert werden und also konsumierbar sind, ist nur dadurch zu verhindern, indem die eigene Person und eigene Kunstwerke unkonsumierbar gestaltet werden. Die eigene Person betreffend hat das zur Folge, dass sie zum Außenseiter wird. Bei Kusntwerken hat das zur Folge, dass diese unbedeutend bleiben. Eine Möglichkeit der Entwöhnung vom Konsum mit gleichzeitigem Bewahren des Wohlstandsgefühls wäre eventuell erreichbar, indem der Konsum auf das Konsumieren von imaginären Sachen umgewandelt wird. Das muss nicht unbedingt nichtkommerziell sein. Ziel dabei ist es, dass Güter und Produkte gegen Imaginationen ausgetauscht werden. Es wird dann nur eine Imagination konsumiert, die rein geistig (mental) ist. Dies kann eine Erzeugung von Wohlstandsgefühl auf rein mentaler Ebene und ohne äußere Einwirkungen sein. Mit einem sich selbst und anderen gut Zureden und einem positiven auf sich und andere Einreden kann das Wohlstandsgefühl ohne dem Konsum von Gütern und Produkten erzeugt werden. Auf mentaler Ebene bereits alles zu haben, was für ein Wohlstandsgefühl erforderlich ist, kann dazu führen über das Konsumverhalten nachzudenken. Daraus könnte eine neue Denkweise entstehen, die ganz ohne Konsum auskommt. Es ist also nicht die beste Idee eine Entwöhnung vom Konsum auf direktem Wege zu erreichen. Die Umwandlung von kommerziellen in nichtkommerziellen Konsum ist nur ein kleiner Anfang. Das Umwandeln des Konsum weg von Gütern und Produkten hin zu Imaginärem ist ein weiterer Schritt. Die letzte Herausforderung ist, das Wohlstandsgefühl ganz ohne Konsum zu erreichen. Frage dich: Brauchst du das wirklich? Ist ein Leben ohne dem vielleicht viel angenehmer? Was brauchst du wirklich für dein Wohlstandsgefühl? Sind es Güter und Produkte? Ist es der Konsum von Gütern und Produkten? Ist es die Möglichkeit des Konsumierens? Oder ist es vielleicht etwas ganz anderes?
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