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die Kunst des Denkens

Metaphysik — Kybernetik — Philosophie

Täter & Opfer

Die Verwendung des Begriffs »Opfer« ist gegenwärtig inflationär und meistens eine Täter-Sichtweise. Bei der Verwendung des Begriffs »Opfer« ist die Sichtweise relevant. - Wer opfert? - Was ist Opfer von was? - Was ist Opfer von wem? - Wer ist Opfer von was? - Wer ist Opfer von wem? - Was wird geopfert? - Wer wird geopfert? - Wie wird geopfert? Der Begriff »Opfer« bedeutet, ein etwas einem irgendetwas zu opfern. Es bestehen keine zwei Sichtweisen: Täter-Sichtweise: "opfern" als Aktivität. (richtig). Opfer-Sichtweise: "opfern" als Passivität. (falsch). "opfern" ist immer eine aktive Handlung, die von einem Täter getätigt wird. Selbst bei einer Selbstopferung, bei der ein Opfer zugleich Täter ist, ist "opfern" eine Aktivität. Es gibt bei "opfern" keine Passivität, da ohne Aktivität kein "opfern" getätigt werden könnte. "opfern" ist ein Tätigkeitswort, also eine Tätigkeit. Wird dem Opfer eine Passivität unterstellt, dann ist es die Darstellung einer Opferung durch den Täter (Täter-Sichtweise), da dieser den aktiven Part inne hat, also aus seiner Sichtweise "opfert". Eine Konstellation von Täter und Opfer ergibt weiteres, wie Retter und Helfer sowie Helfershelfer. Es gibt mehrere Möglichkeiten im kausalen Ursache → Wirkung Prinzip: Täter → Opfer (unschuldiger Täter wird zum Opfer) Opfer → Täter (Opfer wird zum Täter) Opfer → Retter (Selbstrettung) Opfer → Helfer (Stockholmsyndrom?) Helfer → Opfer (bei Vortäuschung eines Opfers durch einen Täter) Helfer → Täter (Helfersyndrom) Retter → Täter (Der Retter wird zum Täter) Retter → Opfer (Vortäuschung eines Opfers durch einen Täter) Täter → Retter (widerspricht der Realität) Täter → Helfer (unrealistisch) Aus Sicht eines Opfers ist dieses kein Opfer, sondern eine Geschädigte (Person). Die schädigende Person ist die tätige Person (Täter), die meistens ein Gewalttäter ist. Ein Gewaltopfer ist ein einer Gewalt geopfertes Opfer — ein einer Gewalt dargebrachtes Opfer. Der Gewaltakt kommt ohne eine Opferung nicht aus. Die Gewalt erzwingt die Opferung eines Opfers. Somit ist »Opfer« immer nur ein solches aus einer Gewalttäter-Sichtweise. Aus Sichtweise einer Geschädigten (Person) ist diese nie Opfer, da sie sich nicht aktiv selbst opfert, weil "opfern" eine Aktivität / Tätigkeit ist. Aus Sichtweise einer Geschädigten (Person) ist ein Täter eine Person, die ein Opfer darbringt, das meistens eine andere Person als der Täter selbst ist. Ein Täter ist eine schädigende Person, die eine andere Person schädigt. Die Schädigung ist die Opferung durch den Täter. Die Opferung ist die Schädigung. Der Täter opfert, nicht das Opfer. Es ist scheinbar zu simpel, dass "Opfer" einfach gegen "Geschädigte (Person)", sowie äquivalent "Täter" einfach gegen "Schädigende (Person)", ausgetauscht werden kann. Es wird vehement am Begriff "Opfer" festgehalten. Dass die Tätersichtweise vehement verwendet wird, liegt vermutlich daran, dass eine Geschädigte (Person) einen Schaden erlitten hat, sowie die Schädigende (Person) nicht. Ein Schaden wird als Makel begriffen, der wiederum als "unrein" (befleckt) begriffen wird. Zu "unrein" wird Distanz gewahrt. Hingegen ist die Schädigende (Person), die Person mit dem Gewaltmonopol, was, wenn auch unterbewusst, sympathisiert. Aufseiten des Täters wird einer Schädigung — mittels ihrem Grad von "rein" oder "unrein" — als Potential verstanden. Beides (rein/unrein) wirkt mental enthusiastisch. Umso reiner, umso sympathischer. Umso schmutziger, umso aufregender. Während eine Schädigung eher Abneigung erzeugt, da mit solch einer keine Person etwas zu tun haben will, weil solch eine vermieden werden will, im Verständnis einer Ansteckungsgefahr. »Schädigende« kann sowohl eine Person als auch vieles weitere, wie ein Tier, oder auch eine Naturkatastrophe sein. Nicht selten ergibt sich im Nachhinein, dass die Schädigende (Person) durch die von ihr getätigte Schädigung selbst geschädigt wurde, wenn die Tat auffliegt. Diese Art Schädigung ist eine Bestrafung. Bei Naturkatastrophen ergibt die Täter-Sichtweise am wenigsten Sinn. Es würde bedeuten, dass die Geschädigten (Personen) einer Naturkatastrophe sich selbst geopfert hätten. Oder wie soll erklärt werden, dass die Natur aktiv Menschen opfert? Es würde darauf hinauslaufen, dass die Geschädigten (Personen) sich selbst geopfert hätten, bzw. zu primitiv sind und sich der Gewalt der Natur ausgeliefert hätten. Sie seien also selbst schuld. So wie im allgemeinen auch die Denkweise existiert, dass »Opfer« immer auch eine Eigenschuld an ihren Opferungen hätten. Tausche "Opfer" gegen "Geschädigte (Person)" und benutzte somit keine Täter-Sichtweise.
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