die Kunst des Denkens
Metaphysik — Kybernetik — Philosophie
Systemtheorie
Mit der Systemtheorie wird in der Soziologie der Versuch unternommen alles systemisch als System zu denken. Die Vorstellung von System ist dabei anders als bei der Kybernetik. In der Kybernetik ist Science die Unterscheidung und System die Integrierung im Verständnis einer Ordnung (Reihe). In der Systemtheorie wird zwischen verschiedenen Systemen unterschieden, womit diese eine Science und kein System ist. Die Systemtheorie ist die Science von System. Was der Systemtheorie fehlt ist System.
In der Systemtheorie wird der Begriff »System« in einem falschen Verständnis verwendet. »System« ist nicht Unterscheidung. »System« ist Integrierung im Verständnis einer Anordnung (Aufreihung). Das griechische Wort "σύστημα" (systēma) bedeutet direkt übersetzt soviel wie "Beistellung". Dies ist so zu verstehen, dass Vieles einem Einen beigestellt (zugeordnet) wird. So wie Millionen von Bächen und Tausende von Flüßen und Seen den Meeren und Ozeanen "beigestellt" (zugeordnet) werden und allesamt im Grunde Wasser sind. »System« ist nicht Trennung, sondern Zusammensetzung. Allerdings keine Zusammensetzung im Verständnis eines Puzzles, sondern eine Integration im Verständnis einer Anordnung in eine Reihenfolge.
Science: Bäche, Flüße, Seen, Meere, Ozeane.
System: Bäche → Flüße und Seen → Meere und Ozeane → Wasser.
System: Alle Gewässer sind im Grunde Wasser.
»System« im falschen Verständnis der Systemtheorie ist viel mehr ein Maschinerie mit Funktionen.
Im Folgenden wird der Begriff »System« im falschen Verständis der Systemtheorie verwendet.
In der Systemtheorie wird System auf Kommunikation im Verständnis von Sprache im Speziellen reduziert. Jedes System hat seine eigene Sprache, mittels der innerhalb des jeweiligen Systems — im Verständnis von gegenseitiger Wechselwirkung — kommuniziert wird. Sprache als ein Werkzeug für Aktion (Frage) und Reaktion (Antwort).
Mit der Systemtheorie wird die Floskel "In der Welt der ..." durch "Im System von ..." ausgetauscht. Weitere Synonyme von »System« sind unter anderem Branche und Sektor. Die Finanzwelt wird zum Finanzsystem. Vorher wurde gesagt "Jede Person lebt ihn ihrer eigenen Welt." Mit der Systemtheorie lebt jede Person in ihrem eigenen System, bzw. in einer komplexen Collage aus Subsystemen.
Jedes System und auch Subsystem hat seine eigene Sprache. Es muss in jedem System die entsprechende Sprache verwendet werden. Eine Person muss von daher verschiedene Sprachen können und auch wissen, welche Sprache in welchem System verwendet wird.
Das Finanzsystem funktioniert durch die Kommunikation mit der Sprache »Geld«. Diese Sprache ist mehr als reine Mathematik. Dem Geld wird ein Wert zugemessen und es gibt sauberes und schmutziges Geld, sowie attraktives und unattraktives Geld — bar oder digital. Sybsysteme davon sind verschiedene Währungen sowie verschiedene Finanzsektoren.
Das Medizinsystem (Heilkunde) funktioniert durch die Sprache von »Symptomen« und »Methoden«. Diese Sprache ist mehr als lateinische Begriffe. Eine Krankheit ist eine Antwort (Reaktion) des Körpers und Geistes, die durch Symptome kommuniziert wird. Eine Heilung ist eine Antwort (Reaktion) des Körpers und Geistes auf Heilmethoden. Sybsysteme davon sind verschiedene Fachgebiete (Orthopädie, Neurologie, Dermatologie, ...) sowie verschiedene Praktiken (Schulmedizin, Alternativmedizin, Volksmedizin, ...).
Computersysteme funktionieren durch Computersprache. Computersprachen sind (logische) Funktionen (true / false). Subsysteme sind (binäre) Operationen (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division, ...).
Das Parteiensystem funktioniert durch die Sprache von Stimmung. Sogenannte Stimmungsbarometer messen die Wirkung von politischen Entscheidungen. Ein Subsystem davon ist die Meinungsforschung. Stimmung ist auch eine Sprache im Finanzsystem: Die Stimmung an der Börse.
In der Systemtheorie unterscheiden und erhalten sich Systeme selbsttätig durch ihre Sprache. Die Jugend spricht ihre eigene Sprache (Jugendsprache). Ein Milieu spricht seine eigene Sprache (Slang). Systeme erschaffen und erhalten sich selbst durch ihre Sprache.
Die Systemtheorie geht wie die Wissenschaft davon aus, dass im Grunde Chaos (Unordnung) ist, basierend darauf, dass die Basis des Universums Zufall ist. Die im Chaos wahrnehmbare Ordnung wird in der Systemtheorie jedoch nicht linear gedacht, sondern komplex. Damit wird verhindert die Basis zu erreichen. Alles ist stetig in der Schwebe und in Veränderung. Somit wird die Theorie unwiderlegbar, da sie sich durch sich selbst bestätigt. Ein Ausweg wurde exkludiert, da die Theorie in sich geschlossen ist und dadurch schlüssig erscheint.
Die Angelegenheit der Systemtheorie ist eine Angelegenheit der Wahrnehmung. Im Grunde ist Chaos (Zufall). Patterns (Muster) können erkannt werden, wenn die dazu erforderlichen Fähigkeiten vorhanden sind. Das menschliche Gehirn funktioniert ästhetisch mittels dem Erkennen von Patterns (im Chaos). Interessant wird dies beim Thema Apophänie - wenn mittels der Phantasie Muster erkannt werden.
Die Systemtheorie erkennt Muster im Chaos. Sie ignoriert dabei jedoch, dass das Erkannte eine Illusion anhand der Fähigkeit der Mustererkennung ist. Durch dieses Ignorieren kapselt sie sich von der Basis (Chaos) ab, sowie im weiteren unendlich komplex in sich. Anders gesagt leugnet sie ihre Herkunft. Das Chaos hätte mit System nichts zu tun. Damit wird der Kybernetik widersprochen, aus der die Systemtheorie hervorging. Die Kybernetik denkt linear mit der Basis "Chaos": System ist im Grunde Chaos.
Mit der Anwendung der Systemtheorie wird ersichtlich, dass diese sich selbst als Basis versteht, indem durch die Denkweise der Systemtheorie, in der alles unendlich komplex ist, die Ordnung von System zur Basis und die Komplexität von System als Resultat verstanden wird. Es ist eine Umkehrung der Denkweise der Kybernetik. Es ist ein Rückschritt im Denken.
Durch die Systemtheorie ist so etwas wie Fachidiotie und auch Anomie möglich. Die Krisen der letzten Jahrzehnte wurden durch Anomien ausgelöst. Dabei versteht die Soziologie »Anomie« als Zustand mangelnder (sozialer) Ordnung. In der Systemtheorie ist »Anomie« eine Autonomie durch Abkapselung (Bubble) eines Subsystems von allen anderen Subsystemen.
Im Gesundheitssystem werden mittels der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) alle Krankheiten systematisch erfasst.
Die Systemtheorie macht die Praxis zur Theorie. Ebenso wie die Soziologie innerhalb des Materialismus Subjekt zum Objekt macht. Subjekt sei im Grunde Objekt und somit Objekt. Es wird folglich nur von Objekten geredet, wobei eines von beiden ein Objekt anhand eines objektivierten Subjekts sei (Soziologie), sowie das andere ein Objekt anhand eines objektivierten Subjekts ist (Kybernetik). Denn Objekt ist im Grunde Subjekt. Doch die Sozilologie geht davon aus, dass die Basis Objekt ist.
In der Systemtheorie wird die Praxis zur Theorie. Es gibt nur noch Theorie. Im Gesundheitssystem hat das zur Folge, dass das Vorliegen einer in der Praxis existierenden Krankheit in der Systemtheorie nur dann existiert, wenn diese Krankheit bereits systematisch erfasst und klassifiziert wurde. Eine Diagnose kann nur dann gestellt werden, wenn eine Krankheit im System existiert. Da es jedoch auch Krankheiten gibt, die einerseits zu mehreren und voneinander unabhängigen Kategorien (ICD) passen, sowie andererseits zu keiner Kategorie passen, entstehen Lücken im System. Diese werden entweder durch neue Kategorien (Krankheitsnamen) gefüllt, oder als nicht existent ignoriert und abgewiesen — diese Krankheiten existieren im Gesundheitssystem nicht, weil sie nur in der Praxis und nicht auch in der Theorie existieren. Alles wird zur Theorie. Weil die Krankheit so nicht existiert, kann das Gesundheitssystem bei dieser Krankheit auch nicht helfen. Es muss jegliche Unterstützung verneinen und Patienten abweisen — weil die Krankheit nicht logisch sei, da sie nicht in die Logik der Systemtheorie passt. Diese Logik ermöglicht rein theoretische Krankheiten, die praktisch nicht existieren.
Durch die Differenzierung (Unterteilung) entstehen Subsysteme, wie Fachärzte. Jedes Medizinfach spricht wiederum eine unterschiedliche Sprache. Die Orthopädie spricht eine andere Sprache als die Neurologie — wobei es durch die übergeordnete allgemeine Medizinsprache Überschneidungen gibt, die eine Kommunikation zwischen beiden ermöglicht. Jedoch ist jedes Subsystem so sehr spezialisiert, dass in der Orthopädie keine Krankheiten aus der Neurologie anerkannt werden. Dadurch werden Patienten mit Krankheiten der Neurologie in der Orthopädie abgewiesen und umgekehrt — wobei es sich dabei so verhält, dass das jeweilige Personal aus dem jeweils anderen Medizinfach eine Krankheit aus dem anderen Medizinfach vermutet, obwohl dieses durch die Fachidiotie keine Ahnung davon hat. Letztendlich werden dadurch Patienten mit im System nicht kategorisierten Krankheiten von einer Fachabteilung zur nächsten sowie von einer zur anderen hin und her geschickt.
In der Systemtheorie gibt es keine Praxis mehr, sondern nur eine Praxis, die im Grunde eine Theorie ist. Alles ist nur noch Theorie. Sobald ein neuer praktischer Fall auftritt, wird dieser zur Theorie und als solches in das System der Systemtheorie integriert. Die Systemtheorie ist ein System ihrer selbst.
Durch die Unterteilung in verschiedene nebeneinander existierende Systemen, wie durch die Gewaltenteilung (Legislative – Exekutive – Judikative) ist das Rechtssystem (Judikative) nicht zuständig für die Verhinderung von Schäden. Im Rechtssystem muss ein Schaden vorliegen — es muss erst etwas passieren. Wenn jedoch nichts passiert, weil es anderweitig verhindert wird, sieht sich die Gesetzgebung (Legislative) nicht dazu veranlasst das Gesetz zu ändern. Dadurch sieht sich die Exekutive nicht dazu bereit zu handeln. Alle schauen zu, dass erst etwas passiert. Erst dann ... ist es zu spät.
Auch durch die Überschneidung von Systemen entstehen Subsysteme, die dazu dienen zwischen verschiedenen Systemen zu kommunizieren. Dazu wird unter anderem so etwas wie eine allgemeine Sprache und ein allgemeines Verständnis verwendet. Mit diesen Mitteln wird versucht zu verstehen, wie eine Aussage in einer Systemsprache allgemein zu verstehen wäre. Das ermöglicht verschiedene Interpretationen. Es geht dann nicht mehr darum Recht zu haben, sondern Recht zu bekommen, indem mittels Kommunikation (Rhetorik) die Version der eigenen Interpretation gewinnen soll.
Systeme funktionieren oder nicht. Mit der Systemtheorie wird alles auf und in Kommunikation reduziert und unterschieden. Die jeweilige Kommunikation (Sprache) ist das jeweilige System und muss funktionieren. Personen werden auf dieses Verständnis von Sprache reduziert. Eine chronisch kranke arbeitsunfähige Person funktioniert nicht im Arbeitssystem (Arbeitsmarkt), sondern nur im Gesundheitssystem, sowie im Sozialsystem und Pflegesystem. Personen, die künstlich am Leben erhalten werden, funktionieren. Wenn eine Person auch nicht im Sozialsystem und Pflegesystem funktioniert, fällt sie aus vielen Systemen und letztendlich aus dem gesamten System heraus. Sie ist dann komplett auf sich allein gestellt und spricht sozusagen eine eigene Sprache, die von keinem System verstanden wird und sie folglich von allen abgelehnt wird. Sie ist dann systeminkompatibel.
In der Systemtheorie wird neben personellen Organisationen auch der menschliche Organismus als System verstanden. Ein Mensch funktioniere (körperlich) oder nicht. Ein nicht funktionierender Mensch wird krank und/oder kaputt genannt. Kaputt wie eine Maschine. Eine Person funktioniere (sozial, geistig) oder nicht. Eine nicht funktionierende Person wird asozial und/oder geistesgestört genannt. Gestört wie ein System.
Im Weiteren werden Sprachen innerhalb eines Systems in Funktionen unterteilt und Teilfunktionen genannt. Funktionen sind dabei in dem Verständnis autonom von Systemen, da eine Funktion in vielen Systemen vorkommen kann. Eine Funktion kann zum Beispiel das Übernehmen und Ausführen einer Aufgabe sein, die es in verschiedenen Systemen gibt. Die Funktion einer Person an einer Rezeption existiert im Hotelsystem (Hotelbranche) und im Gesundheitssystem sowie im Behördensystem. In den jeweiligen Systemen werden jedoch verschiedene Sprachen gesprochen.
In der Systemtheorie sind Funktionen ähnlich denen in Computersprachen. Dort existieren selbe Funktionen in verschiedenen Sprachen.
Alles was kein System ist, wird in der Systemtheorie als »Umwelt« (Chaos) verstanden. So etwas wie »Fridays for Future« und ähnlich wird als Umwelt und somit nicht als System verstanden. Da die Umwelt als ungeordnet und somit potentiell als unsicher gilt, wird — sobald dort Muster erkennbar werden — versucht, diese Muster zu System zu machen und in die Systemtheorie zu integrieren, indem diese Muster von allem Anderen und eben auch der Umwelt unterschieden werden. Gleichzeitig findet eine Kategorisierung statt. Da diese Initiativen (Muster) von den bestehenden Systemen nicht verstanden werden, weil sie diese in ihrer eigenen Sprache kritisieren, werden diese als eignenes System verstanden. Da sie einerseits als nicht kompatibel mit den bestehenden Systemen und andererseits als Gefahr für diese verstanden werden, werden diese von allen Systemen separiert (abgeschottet) und entsprechend kategorisiert. Sie werden als "störend" und "kriminell" in die Systemtheorie integriert und funktionieren auf diese Weise in der Systemtheorie.
In einem anderen (religiösen, zivilisatorischen) Verständnis wird die Umwelt (Chaos) als Unordnung im Verständnis von unordentlich als »schmutzig« verstanden. Sowohl Religion als auch Zivilisation streben nach Reinheit. Nimmt etwas in der Umwelt Gestalt an, so wird dieses als eigenes System sowie als "schmutzig" separiert integriert und unterliegt sodann dem Reinigungsprozess (Zivilisationsprozess). Hier ähnelt die Systemtheorie dem Rassismus in Religion und Zivilisation: Wenn etwas als schmutzig verstanden und als nicht erwünscht gilt, wird dieses nicht integriert, sondern vernichtet.
Die Systemtheorie ist nicht nur deswegen ein Problem, weil Systeme an sich ein Problem sind, sondern weil mit dieser alles als System gedacht und alles zur Theorie gemacht wird.
Die Systemtheorie ist ein Problem, da sie »Science« (unterscheiden) mit »System« (anordnen) austauscht und somit »System« vernichtet, da »Science« somit »System« ist. In der Systemtheorie wird »anordnen« mit »unterscheiden« ausgetauscht und existiert »anordnen« nicht. In der Systemtheorie ist »System« = »unterscheiden«.
Eine Korrektur der Systemtheorie ist nicht möglich, da sie auf einer falschen Basis basiert. Korrekt ist, dass alle Kommunikation und somit alle Sprachen auf eine Basis zurückzuführen sind: Bewegung, die gegenseitige Wechselwirkung zur Folge hat. Somit sind alle Systeme eins in sich. Nicht (systemtheoretisches) »System« (unterscheiden) ist die Basis, sondern »Kommunikation« (bewegen). Sprache funktioniert nicht, sondern ist lebendig.
Durch die Verwirrung mittels der Systemtheorie, dass Science System und System Science sei, wird das Problem an der Systemtheorie nicht verstanden. Das ist gleich wie mit Subjekt und Objekt in der Soziologie. Das Problem wird erkannt, aber nicht als selbstproduziert, sondern als unlösbarer Konflikt anerkannt.